• Eisspeedway Berlin
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Artikel vom: 28.02.2019

Einen in dieser Form nicht zu erwartenden Ausgang nahm das DM-Rennen zum Auftakt des insgesamt wieder viertägigen Spike-Festivals in der deutschen Hauptstadt. Beim nun schon 46. Eisspeedway Berlin setzte sich am Donnerstag vor dem WM-Event der Extraklasse der Bayer Markus Jell durch und verwies dabei den derzeit besten deutschen Spike-Ritter, Hans Weber. Platz drei ging, nicht minder überraschend, an Franz Mayerbüchler, ebenfalls aus dem bajuwarischen Freistaat.

ESUB 2019 MayerbüchlerDass das Rennen um die DM-Krone 2019 spannender als jemals zuvor werden würde, zeichnete sich bereits im Vorfeld ab, denn mit den drei deutschen Permanentstartern in der Eisspeedway-Weltmeisterschaft, Hans Weber, Max Niedermaier und Stefan Pletschacher, dem seit zwei Jahren parallel zum klassischen Speedway auch Eisspeedway fahrenden Tobias Busch aus Lassentin bei Stralsund, dem aufstrebenden Hessen Marc Geyer sowie dem EM-Dritten von vor zwei Wochen, Luca Bauer, der mit einer italienischen Lizenz fährt und deshalb zwar von der DM-Wertung ausgeschlossen war, machten sich ein halbes Dutzend Fahrer Hoffnungen auf einen der vorderen Plätze. Am Ende behielt aber ausgerechnet derjenige die Oberhand, der nach seiner Pause im letzten Winter sein Eisspeedway-Comeback gab – Markus Jell. Der 36-Jährige aus Altfraunhofen entschied jeden seiner fünf Läufe für sich und wurde demzufolge mit Punktemaximum DMSB-Meister 2019. Dabei agierte er durchaus souverän und profitierte nur fallweise vom Pech seiner Konkurrenten.

So bekam zum Beispiel der „Eishans“, Hans Weber, technische Probleme und musste nach drei seiner Heats aufs Ersatz-Motorrad wechseln, was er allerdings nicht als Ausrede anbrachte. „Der Markus ist heute ein super Rennen gefahren und hat sich für höhere Aufgaben empfohlen. In meinem dritten Lauf ist mir an meinem Haupt-Motorrad die Federgabel kaputt gegangen, da kann man nichts machen. Aber ich freue mich wirklich für meinen Teamkollegen in unserem Inn-Isar Racing Team und bin froh, dass ich so einen super Typen an meiner Seite habe“, erklärte der knapp Unterlegene anschließend.

ESWB2019 Weber-PletschacherMarkus Jell konnte seinen Triumph kurz nach Rennende bei der Siegerzeremonie noch gar nicht so recht fassen. Er sagte: „Ich habe irgendwie schon gehofft, aufs Podest zu fahren, aber dass es so gut läuft, hätte ich nie gedacht. Wir, also der Hans und ich, haben uns in Russland gut vorbereitet. Da habe ich mir einiges von ihm abschauen können.“ Dies ließ wiederum Hans Weber nicht unkommentiert und fügte scherzhaft hinzu: „Da hilfst du ihm und dann rasiert er dich.“

Der zweifache und amtierende Champion Max Niedermaier vom gastgebenden Team Eisspeedwayunion Berlin hatte gleich im ersten Heat des Tages, nachdem er den Start gegen Hans Weber gewonnen hatte, in der zweiten Kurve in Führung liegend einen Sturz, kassierte damit einen Nuller und wurde so am Ende nur undankbarer Vierter. Er war aber nicht nur wegen dieses Ergebnisses ziemlich angefressen. Er sagte: „Der Eismeister hat es wohl zu gut gemeint. Das Eis war viel zu hart und hatte keinen Halt geboten. Aber so ist der Rennsport. Allerdings muss ich sagen, dass ich froh bin, wenigstens gesund zu sein, denn im Moment haben wir die Seuche. Mir ist gestern bei der Anreise 150 Kilometer vor Berlin mein Transporter mit Motorschaden kaputt gegangen. Da hat mich Tobi abgeholt, aber nach 15 Kilometern war auch sein Transporter platt. So hat das Wochenende für uns schon mal ziemlich bescheiden angefangen. Dann haben wir gedacht, es kann ja nur noch besser werden, aber das heute war leider auch nix. Mal schauen, was das Wochenende noch bringt.“

ESWB2019 DMLuca Bauer begann seinen Renntag ebenfalls mit einem Sturz, fügte diesem sogar noch einen weiteren hinzu und wurde abgeschlagen 13.

Auch der „Buscher“, Tobias Busch, ebenfalls vom Team Eisspeedwayunion Berlin, hatte keinen wirklich guten Tag und musste sich mit DM-Rang sechs unmittelbar vor Marc Geyer begnügen.

Die Gunst der Stunde nutzte Franz Mayerbüchler holte sich mit viel Biss beeindruckende 13 Punkte, dabei den einen oder anderen, den ihn nicht jeder im weiten Rund des Horst-Dohm-Eisstadions Berlin-Wilmersdorf zugetraut hätte, und wurde am Ende verdienter Dritter. Dies kommentierte der Maschinenbau-Student folgendermaßen: „Ich bin total überrascht, denn damit hätte ich niemals gerechnet. Ich habe wegen meines Studiums die letzten Jahre den Eisspeedwaysport ziemlich vernachlässigt, doch in diesem Winter habe ich sechs Tage in Skandinavien trainiert, was Gold wert war. Dennoch, während die anderen noch mehr Trainings und vor allem mehr Rennen absolviert haben, konnte ich nur im österreichischen Weißenbach Mitte Januar ein Rennen bestreiten und bin dann hierher gekommen, um mein zweites Rennen dieses Winters zu fahren. Ich denke, ich habe gezeigt, dass ich mit einer einigermaßen Vorbereitung ganz gut mitfahren kann. Dieser Erfolg gibt mir viel Selbstvertrauen und Motivation, das in den nächsten Jahren weiter zu intensivieren.“

Vor allem ob der neuerlich gesteigerten Zuschauerzahl zeigten sich am Abend auch die beiden Frontmänner der veranstaltenden Eisspeedwayunion Berlin, Olaf Ehrke und Bernd Sagert, sehr zufrieden. Quasi unisono sagten sie: „Wir haben rund 2.000 Zuschauer, und damit erneut etwa 200 mehr als letztes Jahr heute begrüßen dürfen. Das zeigt, dass Eisspeedway in Berlin nach wie vor sehr gut angenommen wird. Wenn dieser Trend auch die nächsten Tage mit den weltbesten Eisspeedway Gladiators so anhält, wäre es ein phantastische Sache und eine Bestätigung unserer monatelangen Vorbereitungen.“

Nach der Ouvertüre des insgesamt viertägigen Berliner Eisspeedway-Festivals geht es am Freitag ab 13:00 Uhr mit dem Training der WM-Piloten weiter. Am Samstag und Sonntag stehen dann die Grand Prix fünf und sechs zur Eisspeedway-(Einzel-)Weltmeisterschaft 2019 auf dem Programm. Diese werden direkt im Anschluss an die offiziellen Eröffnungszeremonien 16:40 bzw. 13:40 Uhr gestartet. Einzel- und auch Kombi-Tickets gibt es dafür noch an der jeweiligen Tageskasse.

ESWB 2019 Weber-Jell-MayrbüchlerESWB 2019 Weber-Jell-Mayrbüchler

Text/Fotos: Thorsten Horn

Freitag, 1. März 2019, Training Eisspeedway-WM
Einlass:          12:00 Uhr
Beginn: 13:00 Uhr
Ende: ca. 15:00 Uhr

Samstag, 2. März 2019, Rennen Eisspeedway-WM (GP5 2019)
Einlass:          14:00 Uhr
Autogrammstunde: 15:30 - 16:00 Uhr
Eröffnung: 16:40 Uhr
Beginn: 17:00 Uhr
Ende: ca. 19:30 Uhr

Sonntag, 3. März 2019, Rennen Eisspeedway-WM (GP6 2019)
Einlass:          11:00 Uhr
Autogrammstunde: 12:30 - 13:00 Uhr
Eröffnung: 13:40 Uhr
Beginn: 14:00 Uhr
Ende: ca. 16:30 Uhr